Arbeiten mit Leica M8 DNGs
11.06.2007 11:51 Abgelegt in: Leica M8
Die erste digitale M-Leica ist in ihrer Handhabung
erfrischend traditionell und hebt sich dadurch
wohltuend vom allgegenwärtigen Digital-Einerlei im
Fotomarkt ab. Dennoch muss sich der Digitalfotograf
auch mit der Leica M8 neuen Herausforderungen
stellen. Ist die Analogie von ISO und ASA noch
einigermaßen einfach zu verkraften, ist der Entfall
der Filmentwicklung für Analog-Enthusiasten auf den
ersten Blick schmerzlich. Aber mit dem DNG-Format
ermöglicht die Leica M8, mit digitalen Negativen zu
arbeiten, die später in verschiedenen Programmen
aufbereitet werden können. So lassen sich Belichtung,
Weißabgleich, Farbintensität und viele andere
Faktoren nachträglich ohne nennenswerten
Qualitätsverlust manipulieren. Das Beste daran: Die
eigentliche RAW-Datei, das digitale Negativ, bleibt
während des gesamten Prozesses unverändert. Leica
AKTUELL vergleicht aktuelle Bearbeitungslösungen für
Leica M8 DNGs und gibt Einblicke in die Hintergründe
der Technik und die Qualität der Ergebnisse in
verschiedenen Programmen.
Das
DNG Format
Beim DNG-Format handelt es sich um einen offenen RAW-Standard der Firma Adobe, der zu einer höheren Einheitlichkeit der kamera- und herstellerspezifischen Rohdatenformate führen sollte. Auch Leica setzt bei der M8 auf diesen Standard. Der Ansatz ist ehrenwert, hat sich doch bisher jede Kamera durch das ihr jeweils eigene RAW-Format unterschieden. Leider ist in der Praxis eine wirkliche Standardisierung auch bei DNG nicht garantiert. Bspw. unterscheiden sich die DNG-Formate von Hersteller zu Hersteller auch bei gleicher Pixelzahl der Dateien teilweise enorm im Speicherbedarf. Ebenso verursacht die Nutzung des DNG-Converters von Adobe, eine teils erhebliche Reduzierung der Dateigröße, ohne dass der Nutzer Informationen darüber erhält, wodurch diese Komprimierung erreicht wurde. Zuletzt sei angemerkt, dass auch das ursprüngliche Ziel, DNG-Dateien neu auf den Markt kommender Kameras nahezu zeitgleich in verschiedenen Applikationen zu unterstützen, bei Weitem nicht erreicht wurde. Noch heute ist bspw. der M8-Support in Apple Aperture nur mit Tricks möglich.
DNG, JPEG oder beides?
Die M8 ermöglicht es dem Fotografen, zwischen der Speicherung der Bilddateien im DNG-Format, im JPEG-Format oder beidem zugleich zu wählen. Dabei sollte dem ambitionierten Fotografen diese Entscheidung leicht fallen. Denn während JPEG per se ein komprimiertes Datenformat darstellt, ist DNG eine verlustfreie Aufzeichnung des originalen Datenstroms – ein digitales Negativ sozusagen. Um in der Welt der Analog-Fotografie zu bleiben, würde kaum ein Fotograf auf die Idee kommen, auf Negative zu verzichten und nur mit einem Abzug in der vorgewählten Größe Vorlieb zu nehmen. Die zusätzliche Option, neben der RAW-Datei auch ein JPEG zu speichern, scheidet hingegen die Geister. Wer auf DNG und dessen Lesbarkeit in zukünftiger Software vertraut, wird den zusätzlich für JPEG benötigten Speicherplatz gerne einsparen. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, nimmt beides. Leica AKTUELL empfiehlt jedoch die exklusive Nutzung der DNG-Dateien. Aus Ihnen werden mittels einer modernen Bildverwaltung mit RAW-Darstellung wie Aperture oder Lightroom die weiter zu verwendenden Dateien herausgesucht – ähnlich wie bei einem Kontaktabzug. Diese werden nach den eigenen Vorstellungen aufbereitet und erst für die weitere Verwendung in das Zielformat übergeben.
Aperture, Lightroom oder was?
Für PC-Nutzer stellt sich diese nur eingeschränkt, denn Aperture ist eine Software der Firma Apple, die ausschließlich für Mac OS X angeboten wird. Adobe Lightroom hingegen ist für beide Plattformen verfügbar und eng mit Photoshop verbunden. Bspw. werden Photoshop-Technologien für die Bildbearbeitung verwendet. Es existieren aber noch vielfältige andere Software-Tools, mit denen sich DNG-Dateien der Leica M8 einlesen lassen. Allerdings erfüllen diese nicht den Anspruch, gleichzeitig eine Bilddatenbank anzubieten, die RAW-Dateien nativ darstellen kann und erst bei der Ausgabe in JPEGs umwandelt. Zu dieser Gattung gehört auch Capture One LE, das der M8 beiliegt, aber für einen reinen RAW-Workflow ungeeignet erscheint. Phase One und Bibble Pro sind weitere Beispiele.
(Aperture im Vollbildmodus)
(Oberfläche von Lightroom)
Der PC-Nutzer ist mit seiner Auswahl daher nun am Ende. Er wird sich als professioneller Leica M8 Fotograf auf Adobe Lightroom einschießen, das einen sehr guten Workflow bietet und Bestnoten in der RAW-Verarbeitung verdient hat. Auch die gute Integration zu Photoshop macht Lightroom zu einem verlockenden System. Einzig die etwas zu satte Darstellung von Farben, die besonders bei Pink auftritt, wird in Lightroom kritisiert.
Der Mac-Nutzer hat zudem Aperture zur Auswahl und muss sich derzeit mit einem Umweg behelfen, um die Leica DNGs überhaupt mit Aperture verarbeiten zu können. Leica AKTUELL liegen jedoch Informationen vor, nach denen Leica und Apple im regen Austausch stehen und die native Unterstützung von DNGs der M8 kurz bevor steht. Bereits mit Mac OS 10.4.10, das in den nächsten Wochen erwartet wird, könnte der M8-Support Einzug halten.
Aperture wird daher zu einer validen Alternative. Es überzeugt durch einen noch ausgeklügelteren und vielfach besser auf den Umgang mit zahlreichen Fotos ausgerichteten Workflow und liegt gegenüber Lightroom auch bei den Ausgabemöglichkeiten (Bestellen von Ausdrucken und Fotobüchern, Erstellen von Foto-Webseiten) vorn. Die Pink-Problematik weist Aperture derzeit nicht auf, was sich aber bei einer nativen Unterstützung ändern könnte. Sobald diese verfügbar ist, wird Leica AKTUELL berichten. Die Unterschiede zwischen beiden Programmen sind allerdings eher als akademisch zu bezeichnen, so dass sich jeder Nutzer beide Programme als Testversion besorgen sollte, um sie nebeneinander auszuprobieren und sich nach seinen individuellen Vorlieben zu entscheiden.
Beim DNG-Format handelt es sich um einen offenen RAW-Standard der Firma Adobe, der zu einer höheren Einheitlichkeit der kamera- und herstellerspezifischen Rohdatenformate führen sollte. Auch Leica setzt bei der M8 auf diesen Standard. Der Ansatz ist ehrenwert, hat sich doch bisher jede Kamera durch das ihr jeweils eigene RAW-Format unterschieden. Leider ist in der Praxis eine wirkliche Standardisierung auch bei DNG nicht garantiert. Bspw. unterscheiden sich die DNG-Formate von Hersteller zu Hersteller auch bei gleicher Pixelzahl der Dateien teilweise enorm im Speicherbedarf. Ebenso verursacht die Nutzung des DNG-Converters von Adobe, eine teils erhebliche Reduzierung der Dateigröße, ohne dass der Nutzer Informationen darüber erhält, wodurch diese Komprimierung erreicht wurde. Zuletzt sei angemerkt, dass auch das ursprüngliche Ziel, DNG-Dateien neu auf den Markt kommender Kameras nahezu zeitgleich in verschiedenen Applikationen zu unterstützen, bei Weitem nicht erreicht wurde. Noch heute ist bspw. der M8-Support in Apple Aperture nur mit Tricks möglich.
DNG, JPEG oder beides?
Die M8 ermöglicht es dem Fotografen, zwischen der Speicherung der Bilddateien im DNG-Format, im JPEG-Format oder beidem zugleich zu wählen. Dabei sollte dem ambitionierten Fotografen diese Entscheidung leicht fallen. Denn während JPEG per se ein komprimiertes Datenformat darstellt, ist DNG eine verlustfreie Aufzeichnung des originalen Datenstroms – ein digitales Negativ sozusagen. Um in der Welt der Analog-Fotografie zu bleiben, würde kaum ein Fotograf auf die Idee kommen, auf Negative zu verzichten und nur mit einem Abzug in der vorgewählten Größe Vorlieb zu nehmen. Die zusätzliche Option, neben der RAW-Datei auch ein JPEG zu speichern, scheidet hingegen die Geister. Wer auf DNG und dessen Lesbarkeit in zukünftiger Software vertraut, wird den zusätzlich für JPEG benötigten Speicherplatz gerne einsparen. Wer jedoch auf Nummer sicher gehen will, nimmt beides. Leica AKTUELL empfiehlt jedoch die exklusive Nutzung der DNG-Dateien. Aus Ihnen werden mittels einer modernen Bildverwaltung mit RAW-Darstellung wie Aperture oder Lightroom die weiter zu verwendenden Dateien herausgesucht – ähnlich wie bei einem Kontaktabzug. Diese werden nach den eigenen Vorstellungen aufbereitet und erst für die weitere Verwendung in das Zielformat übergeben.
Aperture, Lightroom oder was?
Für PC-Nutzer stellt sich diese nur eingeschränkt, denn Aperture ist eine Software der Firma Apple, die ausschließlich für Mac OS X angeboten wird. Adobe Lightroom hingegen ist für beide Plattformen verfügbar und eng mit Photoshop verbunden. Bspw. werden Photoshop-Technologien für die Bildbearbeitung verwendet. Es existieren aber noch vielfältige andere Software-Tools, mit denen sich DNG-Dateien der Leica M8 einlesen lassen. Allerdings erfüllen diese nicht den Anspruch, gleichzeitig eine Bilddatenbank anzubieten, die RAW-Dateien nativ darstellen kann und erst bei der Ausgabe in JPEGs umwandelt. Zu dieser Gattung gehört auch Capture One LE, das der M8 beiliegt, aber für einen reinen RAW-Workflow ungeeignet erscheint. Phase One und Bibble Pro sind weitere Beispiele.
(Aperture im Vollbildmodus)
(Oberfläche von Lightroom)
Der PC-Nutzer ist mit seiner Auswahl daher nun am Ende. Er wird sich als professioneller Leica M8 Fotograf auf Adobe Lightroom einschießen, das einen sehr guten Workflow bietet und Bestnoten in der RAW-Verarbeitung verdient hat. Auch die gute Integration zu Photoshop macht Lightroom zu einem verlockenden System. Einzig die etwas zu satte Darstellung von Farben, die besonders bei Pink auftritt, wird in Lightroom kritisiert.
Der Mac-Nutzer hat zudem Aperture zur Auswahl und muss sich derzeit mit einem Umweg behelfen, um die Leica DNGs überhaupt mit Aperture verarbeiten zu können. Leica AKTUELL liegen jedoch Informationen vor, nach denen Leica und Apple im regen Austausch stehen und die native Unterstützung von DNGs der M8 kurz bevor steht. Bereits mit Mac OS 10.4.10, das in den nächsten Wochen erwartet wird, könnte der M8-Support Einzug halten.
Aperture wird daher zu einer validen Alternative. Es überzeugt durch einen noch ausgeklügelteren und vielfach besser auf den Umgang mit zahlreichen Fotos ausgerichteten Workflow und liegt gegenüber Lightroom auch bei den Ausgabemöglichkeiten (Bestellen von Ausdrucken und Fotobüchern, Erstellen von Foto-Webseiten) vorn. Die Pink-Problematik weist Aperture derzeit nicht auf, was sich aber bei einer nativen Unterstützung ändern könnte. Sobald diese verfügbar ist, wird Leica AKTUELL berichten. Die Unterschiede zwischen beiden Programmen sind allerdings eher als akademisch zu bezeichnen, so dass sich jeder Nutzer beide Programme als Testversion besorgen sollte, um sie nebeneinander auszuprobieren und sich nach seinen individuellen Vorlieben zu entscheiden.