Sigma DP1 kommt im Frühjahr 2008

Vor über einem Jahr, im September 2006, kündigte Sigma mit der DP1 eine Revolution im Segment der Kompaktkameras an. Mit einem ausgewachsenen Foveon-Sensor, der auch in Sigmas Spiegelreflexkamera SD14 Verwendung findet, sollte sich die kompakte Point-and-Shoot-Kamera gegen den Miniaturisierungswahn der Konkurrenz durchsetzen. Ein verlockendes Konzept, das rauscharme Bilder versprach. Doch Sigma schien sich mit der DP1 übernommen zu haben. Erst im November 2007, ein gutes Jahr nach der offiziellen Ankündigung, brach Sigma mit einer Pressemitteilung das Schweigen und verschob die DP1 auf unbestimmte Zeit wegen technischer Probleme. Nun soll es zum Frühjahr 2008 endlich so weit sein. Die Entwicklung scheint abgeschlossen, die technischen Daten stehen fest und sogar ein Preis wurde mit 799,- Euro bekannt gegeben.
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Sigmas DP1 ist eine Kamera, die polarisiert. So viel steht heute schon fest. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 799,- Euro bewegt sie sich bereits im Segment günstiger Einsteiger-DSLRs, hat aber ein fest verbautes Objektiv mit einer voraussichtlich zwar sehr guten Abbildungsleistung aber einer nur mäßigen Offenblende von f 4. Für einen Fotografen, der eine einzige Kamera anschaffen möchte, bietet der Schritt in ein Spiegelreflexsystem die größere Zukunftssicherheit und Kompaktkamerakäufer werden vor dem vergleichsweise hohen Preis zurückschrecken.

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Bleibt die Frage, welche Zielgruppe Sigma mit der DP1 im Sinn hat. Vermutlich der anspruchsvolle Fotograf, der bereits viel Geld in sein Spiegelreflexsystem investiert hat, aber nach einer kompakten Kamera für das Foto zwischendurch sucht. Denn diese Kundengruppe wird im Bereich der Kompaktkameras nicht fündig, gehen doch die winzigen Chips mit ihren wahnwitzigen Megapixelzahlen mit enormem Rauschen einher. Zudem sind mit Ausnahme weniger Spezialkameras wie der Ricoh GR digital II auch die in Kompaktkameras verbauten Objektive nicht das Werkzeug der Wahl für ambitionierte Fotografen.

Ist nun die Sigma DP1 das Rundum-Sorglos-Paket für die Hosentasche? Dies sicherlich nicht, weil sie als available-light Kamera mit einer 4er Blendenöffnung kaum zu verwenden ist. Darüber mag auch die geringere Rauschanfälligkeit bei höheren ISO-Werten nicht hinwegtäuschen. Zudem ist die Festbrennweite mit ihren kleinbildäquivalenten 28mm sehr speziell und sogar als Reportagekamera eine Idee zu weitwinklig. 35mm wäre hier die eindeutig bessere Wahl gewesen.

Falls die Qualität des fest verbauten Objektivs den Erwartungen standhält, kann die DP1 aber zu einer äußerst interessanten Kamera für diejenigen Fotografen avancieren, die bereit sind, sich mit dem angebotenen Paket auseinander zu setzen. Außerdem ist sie tatsächlich ein wegweisender Schritt im Kompaktkamerasegment. Sigma ist mit der DP1 Erfolg zu wünschen, damit das Verbauen großer Chips Schule macht und in Zukunft mehrere Anbieter ähnliche Kameras anbieten. Für den Kunden kann dies nur gut sein. Denn die Qualität einer Kamera bemisst sich eben nicht nur nach der Zahl der Megapixel.

Spezielle Seite zur DP1
Erste Testfotos der DP1 bei dpreview.com
Pressemitteilung zur DP1