Apple stellt Aperture 2 vor
13.02.2008 17:14 Abgelegt in: Software
Nachdem die Verkaufszahlen von Adobe Lightroom die
des Apple-Pendants Aperture mittlerweile weit
übersteigen dürften, setzt Apple mit Aperture 2 zum
Sprint an, um den Anschluss an den gewichtigen
Konkurrenten nicht zu verlieren. Aperture 2
konzentriert sich dabei nicht nur auf
Performanz-Verbesserungen und Fehlerbereinigungen,
sondern stellt eine komplette Überarbeitung der
Foto-Software in allen Bereichen dar. Sogar an der
Preisschraube hat Apple gedreht. Nur noch 199,- Euro
statt bisher 299,- Euro kostet der RAW-Spezialist.
Ein Update auf die neue Version ist für 99,- Euro
erhältlich. SucherRAHMEN stellt die Neuerungen in
Aperture 2 vor.
Benutzeroberfläche
Aperture 2 wird einheitlicher und kommt mit weniger Schwebefenstern, sog. HUDs, aus. In einem Inspektor sind nun die Einstellungen für Projekte, Metadaten und Bildbearbeitung verfügbar. Ebenfalls wurde das Browser-Fenster übersichtlicher gestaltet und nutzt den vorhandenen Monitorplatz besser aus. Die in iPhoto bereits länger verfügbaren Events, eine automatische Gruppierung zusammengehöriger Fotos, ist in ähnlicher Form nun auch in Aperture zu finden.
Performanz
Wie schon in Aperture 1.5 hat Apple auch in Aperture 2 an der Geschwindigkeitsschraube gedreht. Die Datenbank wurde optimiert und Aperture 2 zeigt sich nun insgesamt schneller bei gleicher Rechnerleistung. Auch die gefühlte Geschwindigkeit beim Arbeiten soll sich durch Erleichterungen wie einen Vorschau-Modus oder frei definierbare Tastaturkürzel verbessern. Das Aufbereiten von Bildern für den Export erledigt Aperture nun im Hintergrund, so dass der Arbeitsablauf dadurch nicht wie bisher unterbrochen wird.
Bildbearbeitung
Die meiste Kritik musste Aperture bisher beim Thema Bildbearbeitung einstecken. Denn selbst für die wichtigsten Bearbeitungsschritte kam der Anwender kaum um eine spezialisierte Software wie Photoshop herum. Dies soll sich dank neuer Tools zur Bestimmung der Details in Schatten und Lichtern, zum Hinzufügen oder Entfernen von Vignetten sowie erheblicher Verbesserungen in der Rauschunterdrückung und einem völlig neu programmierten Werkzeug zum Entfernen von Störungen verbessern. Außerdem soll die Darstellung von RAW-Dateien überarbeitet worden sein und die Farbtreue bessere Ergebnisse liefern. Dank dem ebenfalls kürzlich veröffentlichten Mac OS X Update 10.5.2 werden nun auch die DNG-Files neuer Kameras wie der Nikon D3 und D300 erkannt.
Integration und Export
Verbessert wurden auch die Möglichkeiten beim Export von Bildern als Fotobuch oder in einem Online-Portfolio auf .mac. Dabei achtet Apple einmal mehr auf die Integration mit anderer Software wie iLife oder iWork. Ebenfalls ist nun eine direkte Anbindung an AppleTV vorgesehen, um bspw. Diashows am heimischen TV anzusehen.
Zusammenfassung
Mit Aperture 2 stellt Apple eine gelungene Überarbeitung einer bereits vorher professionellen und sehr guten Software vor. Auch wenn ein erster Praxistest noch aussteht, wurden die gröbsten Kritikpunkte an der bisherigen Version gelöst. Apple beweist, dass die Firma in der Lage ist, auf Wünsche der Kunden zu reagieren. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack, weil das Update zu lange auf sich warten ließ. Viele Kunden sind dadurch bereits zu Lightroom gewechselt, teilweise schlicht aus der Not heraus, dass Apple die Unterstützung neuer Kameras i.d.R. erst lange nach Adobe anbietet. Dennoch ist das Update zu begrüßen, denn ein wenig Konkurrenz belebt das Geschäft auf dem noch relativ neuen Markt der auf RAW-Daten spezialisierten Bildverwaltungen.
Eine 30-Tage Testversion kann bei Apple heruntergeladen werden.